Dienstag, 28. September 2010

Kolumbien 2010 – die größten Herausforderungen

Veröffentlicht 2010 auf kolumbienblog.org

Konflikt mit Venezuela und anderen Nachbarn

Kolumbien ist in Südamerika politisch eher an den Rand gedrängt. Während in den meisten Ländern Südamerikas linke oder sozialdemokratische Regierungen an der Macht sind, ist die kolumbianische Regierung eher rechts der Mitte angesiedelt. Die Entscheidung den USA Nutzungsrechte und dauerhafte Präsenz in 7 kolumbianischen Militärstützpunkten zu gewähren, hat für weiteren Unmut auf dem Kontinent gesorgt. Venezuela nutzt diese Isolierung Kolumbiens aus, um den verbalen Konflikt mit dem Nachbarn zu verschärfen, wohl hauptsächlich um von den eigenen innenpolitischen Problemen abzulenken. Die Blockade kolumbianischer Güter durch Venezuela sorgt für Druck auf die kolumbianische Exportwirtschaft, da Venezuela nach den USA bisher der wichtigste Export Partner Kolumbiens war.

2010 muss Kolumbien eine weitere Isolierung innerhalb Südamerikas verhindern und den Dialog mit den Nachbarn, einschließlich Venezuelas, suchen.

Arbeitslosigkeit

Die (geschönte) offizielle Arbeitslosenquote liegt bei 10.8% (November 2009). Mehr als 2 Millionen Kolumbianer sind damit arbeitslos. Viele Menschen die nicht in der Statistik auftauchen sind “sub empleados” (unterbeschäftigt). Zusammen mit den Arbeitslosen birgt die Masse von Unterbeschäftigten sozialen Sprengstoff, da diese Arbeitsverhältnisse kein menschenwürdiges Dasein erlauben.

Wirtschaftswachstum

Kolumbien wird 2009 wahrscheinlich mit einem Wachstum zwischen 0 und 0.5% abschließen. Die damit verbundenen Steuerausfälle und der Anstieg der Arbeitslosigkeit haben das Land hart getroffen. Positiv bleibt anzumerken, dass die internationale Wirtschafts- und Finanzkrise an Kolumbien im Vergleich zu anderen Ländern relativ gut davongekommen ist.

2010 sollte das Wachstum auf mindestens 3.5% steigen um weitere Steuerausfälle und einen weiteren Anstieg der Arbeitslosigkeit zu verhindern.

Infrastruktur

Ein ganz schlechtes Jahr war 2009 für die Infrastruktur des Landes. Nicht einmal die Autobahnen zwischen Bogotá – Girardot und Bogotá – Tunja sind fertig geworden. Andere wichtige Projekte wie der Tunnel der “Linea” (bindet die Pazifikküste schneller an Bogotá an) und die viel beschworene “Ruta del Sol”, eine zwei spurige Autobahn von Bogotá bis zur Atlantikküste sind noch immer in Planung bzw. Ausschreibung. 2010 wird es hoffentlich möglich mit diesen Projekten zu beginnen bzw. andere fertigzustellen.

Außerdem sollte schnellst möglich mit dem Bau des neuen Terminals im Flughafen in Bogotá begonnen werden. Der alte Terminal aus den 50er Jahren ist reif für den Abriss und wird wohl ersetzt werden.

In Bogotá beginnt 2010 die Planung der ersten U-Bahn Linien und die neue Transmilenio Strecke in der Calle 26 zum Flughafen sollte fertiggestellt werden.

Die FARC und die Geiseln

2009 sind die FARC geschwächt und viele Geiseln, unter anderem Ingrid Betancourt, auf militärischem und diplomatischem Weg befreit worden. Viele wichtige Führer der FARC haben 2009 ihr Leben verloren. Dennoch bleiben die FARC eine Gefahr wie der jüngste Mord an Luis Francisco Cuéllar, dem Gouverneur von Caqueta, zeigt. Aufgrund der Wirtschaftkrise musste 2009 selbst Uribes Prestigeprojekt der Sicherheitspolitik “La seguridad democratica”, der Versuch die FARC auf militärischen Weg zurück zu drängen, zurückstecken. Mit Hilfe von Sondersteuern auf hohe Einkommen und Vermögen, soll jedoch das nötige Kapital für dieses Projekt auch 2010 bereit stehen.



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Kolumbien: PBI lanciert Videoserie

Tod des FARC-Militärchefs bestätigt

Kolumbianische Zeitungen machten mit dem Tod "Mono Jojoys" auf (Foto: AFP) Großansicht des Bildes [Bildunterschrift: Kolumbianische Zeitungen machten mit dem Tod "Mono Jojoys" auf. ]
In Kolumbien haben Ärzte den Tod des Militärchefs der FARC-Rebellen offiziell bestätigt. Die Autopsie sei zwar noch nicht vollkommen abgeschlossen, einer der untersuchten Toten sei jedoch als Jorge Briceño Suarez identifiziert worden, sagte der Direktor der staatlichen Instituts für Rechtsmedizin, Juan Llanos, kolumbianischen Medienberichten zufolge.

Die kolumbianische Armee hatte bereits am Donnerstag Bilder mit der Leiche von Briceño alias "Mono Jojoy" verbreitet. Nach Angaben des Militärs wurde der Militärchef der FARC-Rebellen bei einem zweitägigen Militäreinsatz am Donnerstagmorgen getötet. Bei der Aktion starben rund 20 weitere Rebellen, darunter drei ranghohe Mitglieder der Organisation.


Der gesamte Artikel bei Tagesschau.de




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Kolumbien nach der Wahl

Santos wird Präsident in Kolumbien

Juan Manuel Santos. - Foto: dpa

Es war ein blitzartiger Sieg. Keine halbe Stunde nach Schließung der Wahllokale in Kolumbien stand der nächste Präsident bereits fest: Juan Manuel Santos tritt nach acht Jahren in die Fußstapfen seines Mentors Alvaro Uribe.

Bogota - „Dies ist ein klarer Triumph der Politik der Demokratischen Sicherheit“, sagte Santos unter Anspielung auf die Politik der harten Hand gegen die Guerilla, die von Uribe eingeleitet und von Santos als Verteidigungsminister umgesetzt worden war. „Auf ihr kann ich aufbauen und mich künftig mehr ums wirtschaftliche Wohlergehen kümmern“, sagte der 58-jährige Ökonom und versprach, in seinen vier Amtsjahren die Zahl der Armen um elf Millionen zu verringern. In der Stichwahl am Sonntag erhielt Santos nach Angaben der Wahlbehörde 69 Prozent der Stimmen – fast dreimal so viel wie sein Gegner, der Hochschulprofessor und Ex-Bürgermeister von Bogota, Antanas Mockus, der auf 27 Prozent kam. Mit neun Millionen Stimmen brach Santos sogar den Rekord Uribes, der 2006 mit sieben Millionen wiedergewählt wurde.


Den kompletten Artikel findet Ihr hier



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Donnerstag, 11. März 2010

Uribes „Plan Colombia“ - Kolumbiens Rettung oder Kolumbiens Untergang?

Das Düsseldorfer Institut für Außen- und Sicherheitspolitik "DIAS" hat mit seinem Artikel einen wie ich finde sehr guten Überblick über die bestehenden Machtverhältnisse in Kolumbien gegeben. Die Entstehung der FARC, ELN und Paramilitärs sowie die Machtverhältnisse der Regierungen. Der Artikel ist aus dem Jahr 2003, also nicht wirklich aktuell, beschreibt aber sehr gut die Geschehnisse der Vergangenheit.

Zum Artikel gehts hierlang:

http://www.dias-online.org/216.0.html

Freitag, 5. März 2010

Das Interview von Papp-Art im ARD Morgenmagazin

Zur Themenwoche Papier ist Papp-Art vom Morgenmagazin der ARD im Papiermuseum Düren interviewt worden.

Hier gibts das Video

Hier gibts den dazugehörigen Artikel


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