Sonntag, 21. Februar 2010

Unser Konzept

Kurzkonzept

Einleitung

In diesem Konzept beschreiben wir, welche Möglichkeiten in der Durchführung von Hilfsprojekten durch Papp-Art in Entwicklungs- und Schwellenländern liegen.

Die Idee Hilfsprojekte durchzuführen ergab sich, als sich eine Hilfsorganisation aus Bogota in Kolumbien an uns wandte, mit der Bitte um Infomaterial zum Bau von Möbeln aus Karton. Anleitungen und Materialien existieren nur auf Französisch.

Ein erstes Projekt ergibt sich aus der Kooperationsmöglichkeit mit der Organisation Schule im Dialog aus Köln. Prinzipiell sehen wir aber die Möglichkeit solche Projekte auch in anderen Regionen durchzuführen.

Papp-Art

Wir, Benjamin und Marjorie Drögehorn haben die Firma Papp-Art im Jahr 2008 gegründet. Der Tätigkeitsbereich von Papp-Art gliedert sich in zwei Bereiche.

Zum einen Bauen wir Möbel aus Karton in Einzelanfertigungen. Diese Möbel sind durchweg handgearbeitet, die Entwicklung des Designs und die Herstellung werden durch uns persönlich vorgenommen.

Der zweite Schwerpunkt liegt in der Durchführung von Workshops. Diese Workshops finden in der Regel im Rahmen der offenen Ganztagsschulen in Düsseldorf und Umgebung statt (Kinder zwischen 7 und 10 Jahren) und für Erwachsene in den Volkshochschulen unserer Region (Neuss, Düsseldorf, Solingen und Hilden Haan).
Infos zu den Erwachsenen-Workshops finden sie auf unserer Internetseite unter www.papp-art.eu oder dem Workshop-Blog unter papp-art.blogspot.com.

Zu Zeit bereiten wir im Auftrag der Schule im Dialog gUGmbh einen Workshop im Lichthof der Staatsbibliothek Hamburg vor, an dem voraussichtlich 150-200 Personen teilnehmen werden.

Projektbeschreibung

Möbel aus Karton zu bauen hat viele Vorteile. Das Material erlaubt es unter Einhalt einiger weniger statischen Gegebenheiten fast völlig frei zu entscheiden wie das Möbelstück aussehen soll. Selbst runde Formen sind hier kein Problem. Außerdem ist der Werkstoff sehr billig und fast überall kostenlos zu haben.

In Europa wird Papier und Pappe zu über 90% recycelt, in anderen Regionen ist diese Infrastruktur aber nicht vorhanden und der Rohstoff wird dem Kreislauf entzogen. Der Bau von Möbeln und Gebrauchsgegenständen aus eben solchen Produkten wird somit immer wichtiger.

Vorbereitung

Eine gute Vorbereitung und Absprache mit der jeweiligen Organisation vor Ort ist notwendig, um den Workshop und das Wissen um den Pappmöbelbau nachhaltig zu etablieren. Grundlegendes Ziel muss es sein Einheimische zu finden, die von uns angelernt und im weiteren Verlauf dieses Wissen als Lehrer weitergeben können.

Zur Vorbereitung gehört es auch sich mit den politischen und sozialen Strukturen des Landes vertraut zu machen, und eventuell die Grundzüge der einheimischen Sprache zu erlernen. Deutsch, englisch und französisch werden von uns fließend gesprochen.

Materialbeschaffung

Neben dem Grundmaterial Pappe werden noch einige weitere Materialien benötigt. In Absprache mit der Organisation vor Ort werden diese schon vorab von uns in Deutschland besorgt. Zu nennen wäre da zum Beispiel Lineale, Stifte, Cutter oder Messer zum Schneiden. Es wäre angeraten dieses Material schon im Voraus der Einrichtung vor Ort zukommen zu lassen. Zur Materialbeschaffung siehe auch Sponsorensuche.

Durchführung vor Ort

Benötigt vor Ort werden eine Unterkunft und unsere Verpflegung wenn möglich.

Zur Durchführung des Workshops vor Ort werden wir mit viel Kreativität und Einsatz die Gegebenheiten und Möglichkeiten nutzen, um unser Wissen zu kommunizieren. Jeder Ort ist anders, und wir gehen davon aus, dass Strukturen so wie in unseren Workshops hier in Deutschland nicht vorhanden sind. Dies schreckt uns aber nicht im Geringsten ab, sondern wird von uns als spannende Herausforderung gesehen.

Ressourcen in Deutschland

Sponsorensuche

Die Sponsorensuche findet durch Papp-Art und die beteiligte Organisationen statt. Sowohl Geldspenden als auch Materialien sind gewünscht. Benötigte Materialien sind Lineale in allen Formen, Cutter, Kleber und Papiersorten.

Kooperationen

Zur Nutzung schon vorhandener Strukturen im In- und Ausland wünschen wir uns eine Kooperation mit Ihrer Organisation, die einen hervorragenden Ruf genießt und eine Solche Aktion unter ein angesehenes Dach stellt.

Ressourcen im Zielland

Materialien

Die Auswahl der geeigneten Materialien hängt von den vorhandenen Möglichkeiten im Zielland ab. Zur Vorbereitung werden wir uns sehr eingehend darüber informieren und die Vorbereitung auf den Workshop dementsprechend anpassen. Dies betrifft die Auswahl der „Cutter“ als auch Kleber und Farben beziehungsweise Gestaltungsmöglichkeiten. Auch die Qualität der vorhandenen Pappe beeinflusst den Aufbau des Workshops.

Betreuung

Zur Nutzung vorhandener Möglichkeiten ist eine Betreuung durch einen Ansprechpartner vor Ort sehr wichtig. Von Vorteil wäre es auch, wenn dieser Ansprechpartner eine unserer gesprochenen Sprachen spricht.

Nachhaltigkeit

Die Nutzung von recyclebaren Materialien zur Herstellung von Möbeln und Gebrauchsgegenständen ist im Sinne des Umweltschutzes als Nachhaltig zu bezeichnen. Nachhaltigkeit muss aber auch das Ziel im Umgang mit dem vermittelten Wissen sein. Dies bedeutet, dass die Teilnehmer unserer Workshops dazu ermutigt werden müssen ihr neu erworbenes Können auch anderen zu zeigen und Ihrerseits weitere Workshops abzuhalten.

Betreuung der Projekte nach dem Workshop

Für Fragen und Hilfestellungen stehen wir auch nach Rückkehr sowohl telefonisch als auch per Mail zu Verfügung. Sollten bestimmte Materialien nicht mehr vor Ort vorhanden sein oder ein Bedarf bestehen, werden wir uns bemühen, diese durch Sponsoren zu beschaffen und per Post oder anderen Möglichkeiten zu liefern.

Konklusion

„Müll“ zu sammeln und weiterzuverkaufen ist in Entwicklungs- oder Schwellenländern weitverbreitete Praxis. „Müll“ zu sammeln, daraus etwas völlig neues zu erschaffen und für mehr Geld zu verkaufen und so zum Unterhalt der Familien beizutragen wäre das Hauptziel unserer Workshops. Da der Umgang mit Pappe und das bauen eines gesamten Möbelstücks körperlich nicht sehr schwer ist, ist dies eben auch eine Möglichkeit das Wissen an Kinder weiter zu geben, um sie so vor erzwungener schwerer körperlicher Arbeit zu schützen.

Über eine Zusammenarbeit mit Ihrer Organisation würden wir uns sehr freuen.

Mit freundlichem Gruß

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